Mein Reiseblog - eine "Baustelle"

65 Länder auf vier Kontinenten habe ich bisher besucht - und weitere werden - hoffentlich - noch folgen!

Samstag, 22. August 2026

Auf dem Landweg in den Nordosten der Türkei (mit Zug und Bus)

Eine Kolumne im Südwind-Magazin von Sarah Pallauf (4/2025) https://www.suedwind-magazin.at/echt-jetzt/ bringt mich auf die Spur zu einer außergewöhnlichen Reise: mit dem Zug auf dem Landweg in den Nordosten der Türkei - insgesamt etwa 3200 km! Dabei handelt es sich um ein Zusatzangebot zu einer Studienreise eines Reisebüros mit politischem und gesellschaftlichem Fokus https://www.alsharq-reise.de/de/tour/nordostturkei082026. Die Vorbereitungen sind äußerst umfangreich: Sarah besorgt alle Tickets und kümmert sich um die Hotelübernachtungen auf dem Hinweg, sie begleitet mich und die anderen drei Teilnehmerinnen auf der Anreise. Die Rückreise bestreiten wir dann unbegleitet, allerdings ausgestattet mit allen notwendigen Unterlagen. Hier der Ablauf in Kürze:

Unser Zug-Team (in der Mitte Sarah, die Organisatorin)
Anreise mit dem Zug:
  • Fr, 31.07.: Treffpunkt der Zugreisenden auf dem Wiener Hauptbahnhof, mit dem Nachtzug "Dacia" der Rumänischen Bahn im Liegewagen nach Bukarest (Fahrzeit 16:30 St.)
  • Sa, 01.08.: Ankunft in Bukarest, am Nachmittag "free walking tour" durch das Stadtviertel Cotroceni. Übernachtung im Hotel.
  • So, 02.08.: Fahrt mit dem Nachtzug (Liegewagen) von Bukarest über Bulgarien (Donauquerung bei Ruse) nach Istanbul-Halkalı (Fahrzeit 26 St.). Mit der Marmaray-Linie unter dem Bosporus auf die asiatische Seite der Stadt.
  • Mo, 03.08.: Eintauchen in den Trubel des Stadtteils Kadiköy, Weiterfahrt mit dem Hochgeschwindigkeitszug nach Ankara (Fahrzeit 5 St.). Übernachtung im Hotel.
  • Di, 04.08.: Am Vormittag Besichtigung der Zitadelle von Ankara, Weiterfahrt mit dem Doǧu ekspresi (Liegewagen).
  • Mi, 05.08.: Nach 25 Stunden Fahrzeit Ankunft in Erzurum. Übernachtung im Hotel.
  • Do, 06.08.: Am Vormittag Besichtigung der Altstadt von Erzurum, dann Fahrt mit dem Linienbus nach Borçka. 
Programm der Alsharq-Studienreise:
  • Fr, 07.08.: Wanderung über Almwiesen zur Hochalm Klaskur
  • Sa, 08.08.: Fahrt durch das Macahel-Biosphärenreservat, Besuch der georgisch-türkischen Grenze
  • So, 09.08.: Wanderung zum Maral-Wasserfall
  • Mo, 10.10.: Fahrt durch die Berge mit Tee- und Aussichtspausen
  • Di, 11.08.: Wanderung zu den Ruinen eines georgischen Klosters und zum Suatılan-Wasserfall
  • Mi,12.08.: Fahrt zum Çıldır-See und nach Kars. 
  • Do, 13.08.: Besuch des UNESCO-Weltkulturerbes Ani an der armenischen Grenze, Abendessen bei einer kurdischen Familie
  • Fr, 14.08.: Lange Busfahrt entlang der Grenze zu Armenien und Iran, Besichtigung des osmanischen IshakPaşa-Palastes, Badepause am Van-See.
  • Sa, 15.08.: Fahrt mit dem Schiff auf die Insel Akdamar, abendlicher Besuch der Burg Van.
Rückreise
  • So, 16.08.: ein "Brückentag" in Van - Relaxen!
  • Mo, 17.08.: mit dem Bus nach Tatvan, Fahrrad gemietet und die Strandpromenade erkundet
  • Di, 18.08.: Fahrt mit dem Van Gölü ekspresi nach Ankara (Liegewagen)
  • Mi, 19.08.: Nach 29 Stunden Ankunft in Ankara, Weiterfahrt mit dem Hochgeschwindigkeitszug nach Istanbul. Übernachtung im Hotel in Kadiköy.
  • Do, 20.08.: Mit dem Schiff auf die Insel Kinaliada, gemütliche Stunden am Strand, Schwimmen im Marmara-Meer. Am Abend mit der Marmaray-Linie zum Busbahnhof. 
  • Fr, 21.08.: Nach 14 Stunden Fahrzeit mit dem Nachtbus Ankunft in Bukarest (4 St. Verspätung!). Weiter mit dem Nachtzug nach Wien.
  • Sa, 22.08.: Ankunft um 09:30 in Wien, Weiterfahrt nach Furth-Palt, Ende der Reise.
Warum auf dem Landweg? Entschleunigtes Reisen!
Eine Flugreise von Wien in den Osten der Türkei (z.B. nach Van) dauert mit Umsteigen in Istanbul etwa 8 Stunden. Unsere Anreise brauchte sieben Tage und sechs Nächte, davon 3mal im Zug, 3mal im Hotel. Warum tut man sich das an? Natürlich ist diese Form des Reisens klimafreundlich, dazwischen sind Besichtigungen an den Zwischenstopps möglich. Die Bahnfahrt ermöglicht Begegnungen, die im Flugzeug kaum möglich sind. Vor allem aber die vielfältigen, oft atemberaubenden Landschaften prägen sich tief ins Bewusstsein ein. Eine große Herausforderung ist die Versorgung - verfügen doch die meisten Züge über keinen Speisewagen oder nur eine sehr eingeschränkte Auswahl an Lebensmitteln. 

Das Zielgebiet - eine historisch und politisch äußerst spannende Region
Das Grenzgebiet im Osten der Türkei ist eine Region, in der sich die Menschen im Lauf der Geschichte in einer fast unüberschaubaren Zahl an politischen Abhängigkeiten befunden haben: byzantinisch, osmanisch, armenisch, russisch. Seit der Gründung der modernen Türkei (1923) finden sich vor allem die Kurden in der Rolle einer unterdrückten Minderheit. Deren aktuelle Situation steht im Mittelpunkt vielfältiger Informationen im Lauf der Reise. Hüseyin und Sebile (unser kompetentes Leitungsteam) und die Kleingruppe von insgesamt sechs Teilnehmenden garantieren eine privilegierte, fast familiäre Form des Reisens.

Das naturräumliche Potenzial
Beeindruckend die Vielfalt der Landschaften - vom Bosporus über die Schwarzmeer-Region bis in das armenische Hochland. Weite Ebenen, ausgedehnte Seen, tief eingeschnittene Canyons, bewaldete Berge, die an die heimischen Almgebiete erinnern. Die unendliche Größe des Landes verleitet aber zu einem bedenkenlosen Umgang mit der Natur: Die Verkehrswege sind gesäumt von achtlos weggeworfenem Müll, Umweltschutz scheint noch ein Fremdwort zu sein.

Yayla im Grenzgebiet zu Georgien

Informationen von Hüseyin und Sebile 

Der Vansee im Abendlicht

Bahnfahrt durch faszinierende Landschaften



 

Sonntag, 14. Juni 2026

Mit dem Wohnmobil nach Sizilien und Kalabrien

Sizilien - dieses Reiseziel steht schon lange auf unserer "Bucket List"! Im Frühsommer 2026 wird diese Reise endlich Wirklichkeit - 22 Tage, 4007 km, XX Stunden Fahrzeit. Hier die wichtigsten Etappen und Ziele:

  •  Pfingstsonntag: am Nachmittag über die Westautobahn ins Tiroler Inntal - Stellplatz in Pill (So, 24.05.)
  • Über die Brennerautobahn und Norditalien bis nach Genua, dort Check-in für die Fähre nach Sizilien. (Mo, 25.05.)
  • Nach einer ruhigen Überfahrt (20 Stunden) in einer neuen Fähre Ankunft am Nachmittag in Palermo. Campingplatz im ruhigen Vorort Sferracavallo. (Di, 26.05.)
  • Stadtbesichtigung von Palermo mit Aurora, die wir über https://www.getyourguide.com/ gebucht haben. (Mi, 27.05.)
  • Weiterfahrt nach Cefalù, dort zwei Nächtigungen. Besichtigung der Stadt, Aufstieg zum Burgberg. (Do/Fr, 28./29.05.)
  • Durch den Naturpark Madonie ins Landesinnere bis zum Agroturismo Bio Villa Gerace, wo wir kulinarisch wunderbar verssorgt werden. (Sa, 30.05.)
  • Weiter an die Südküste bis nach Agrigent, dort Besichtigung des Valle di Templi. (So, 31.05. / Mo, 01.06.)
  • An der Südküste nach Westen bis nach Eraclea Minoa, dort verbringen wir einen Tag am Strand und wandern zum Capo Bianco. (Di, 02.06.)
  • Lange Fahrt quer über die Insel bis an die Ostküste, Agrocamping in der Nähe von Siracusa. Dort besichtigen wir die Stadt und den Archäologischen Park - bequem mit dem Hop-on-hop-off-Bus. (Mi/Do, 03./04.06.)
  • Natürlich ist in Sizilien der Ätna Pflichtprogramm: über Nicolosi (an der Südseite) bis zum Parkplatz am Rifugio di Sapienza, mit der Kleinkabinenbahn bis auf 2600 m, zu Fuß weiter bis auf ca. 3000 m. Nach der Talfahrt weiter auf die Nordseite des Ätna bis Passopisciaro, wo wir bei einem Weingut mit angeschlossenem Restaurant nächtigen. (Fr/Sa, 05./06.06.)
  • An die Ostküste bis Taormina (ohne Stadtbesichtigung), Campingplatz am Meer. (So, 07.06.)
  • Auf der Autobahn nach Messina, mit der Fähre nach Villa San Giovanni. An der Küste Kalabriens bis nach Ricadi, dort verbringen wir im Camping-Ressort Costa Verde zwei wunderschöne Tage. Mit dem Taxi in den Touristen-Hotspot Tropea. (Mo/Di, 08./09.06.)
  • In mehreren Etappen durchqueren wir Italien von Süden nach Norden - erster Stopp in Mormanno im Parco Nazionale Pollino. (Mi, 10.06.)
  • Weiter nach Norden, von Florenz überqueren wir den Appennin über eine Bergstraße, über Bologna und Udine bis nach Kärnten, Nächtigung auf einem kleinen Campingplatz im Gailtal. (Do/Fr, 11./12.06.)
  • Noch geht es nicht nach Hause, denn wir besuchen ein Konzert des Originalklang!Orchesters in Mikulov in Südmähren. (Sa, 13.06.)
  • Kurze Besichtigung von Mikulov, dann Heimfahrt. (So, 14.06.) 
Siziliens Geschichte
Die Insel kann auf eine vielfältige Geschichte zurückblicken, die auch heute in verschiedenen Aspekten sichtbar ist. Über fast drei Jahrtausende wechselten sich Eroberer und Fremdherrschaften ab:
  • Griechen und Phönizier - die vielen Tempel erinnern an diese Periode.
  • Die Herrschaft der Römer war geprägt von Ausbeutung, intensiver landwirtschaftlicher Nutzung und Abholzung der Wälder.
  • Später wurde Sizilien unter der Herrschaft von Normannen, Franzosen und Bourbonen zum Spielball fremder Mächte.
  • Im 19. Jahrhundert brachte die Bewegung des Risorgimento Sizilien zum italienischen Nationalstaat. Es entwickelte sich der Gegensatz zwischen dem hochentwickelten Norden und dem rückständigen Süden.
Mezzogiorno
Wirtschaftliche Rückständigkeit, wenige Arbeitsplätze, Abwanderung und Umweltverschmutzung sind die Kennzeichen vieler Regionen im Süden Italiens. Auch in Sizilien sind diese Merkmale deutlich sichtbar. Trotz großer Erfolge im Kampf gegen die Mafia sind die Einflüsse der "Cosa Nostra" weiterhin intakt.

Agriturismo
Diese Form des sanften Tourismus gehört zum Feinsten, was Italien dem Reisenden mit dem Wohnmobil zu bieten hat. Wir nutzen diese Form der Beherbergung dreimal:
  • Agroturismo Bio Villa Gerace bei Enna - wunderschön gelegen im Inneren der Insel, wir genießen ein Viergangmenü mit Weinbegleitung. (30.05.)
  • Etna Wine Agroturismo Passopisciaro am Nordfuß des Ätna - Weingut mit angeschlossenem Restaurant (06.06.)
  • Agroturismo Donna Bianca bei Mormanno im Naturpark Pollino in Kalabrien (10.06.)
Cefalù - Altstadt mit dem Normannendom

Im Valle dei Templi bei Agrigent

Agroturismo in Kalabrien



Montag, 4. Mai 2026

Kultur, Wandern und Kulinarik in der Provence

Kultur - Wandern - Kulinarik: Diese drei Schwerpunkte stehen im Mittelpunkt unserer Reise, die wir gemeinsam mit Judith und Wolfgang unternehmen. Mit Ryanair geht es direkt nach Marseille (Sa, 25.04.), wo wir zwei Tage verbringen. Die Metropole am Mittelmeer hat sich mit ihrer Nominierung zur Europäischen  Kulturhauptstadt (2013) zu einer attraktiven Destination entwickelt. Wir besichtigen die Region rund um den Vieux Port, besuchen das MUCEM (Musée des Civilisations de l'Europe et de la Mediterranée) und steigen natürlich hinauf zur Basilika Notre-Dame de la Garde. Kulinarischer Höhepunkt: der Besuch des Restaurants Les Arcenaulx.
Zweiter Schwerpunkt sind drei Wanderungen im Massif de la Sainte Baume, etwa 20 km im Hinterland gelegen. Die blühende Macchie und Ausblicke bis nach Marseille sind die besonderen Highlights in dieser Region, in die sich nur wenige Touristen verirren (Mo, 27.04. bis Mi, 29.04.). Mehr darüber im Outdoor-Blog: https://hw-outdoor.blogspot.com/2026/05/wandern-in-der-provence.html
Anschließend geht es an die Mittelmeerküste nach Cassis. Hier unternehmen wir zwei Wanderungen, tauchen ein in die Atmosphäre der kleinen Hafenstadt, sind Zaungäste einer Parade der Fremdenlegion und genießen ausgiebig die französische Kulinarik - mit Crêpes, Moules frites und noch viel mehr... 
Am letzten Tag unseres Aufenthalts fahren wir mit dem Zug in die Hafenstadt Toulon (So, 03.05.). Nach einem entspannten Kaffee am Hafen schlendern wir über den großen Markt und lassen uns mit Bus und Télépherique auf den Hausberg Faron bringen, wo wir die Aussicht genießen. 
Erst am Tag unserer Rückreise (Mo, 04.05.) schlägt das Wetter um - die ganze Zeit werden wir mit sonnigem Wetter und angenehmen Temperauren verwöhnt. 

Vieux Port in Marseille

Alles blüht! Frühling an der Côte d'Azur

Das Hafenstädtchen Cassis

Blick auf Toulon