Eine Kolumne im Südwind-Magazin von Sarah Pallauf (4/2025)
https://www.suedwind-magazin.at/echt-jetzt/ bringt mich auf die Spur zu einer außergewöhnlichen Reise: mit dem Zug auf dem Landweg in den Nordosten der Türkei - insgesamt etwa 3200 km! Dabei handelt es sich um ein Zusatzangebot zu einer Studienreise eines Reisebüros mit politischem und gesellschaftlichem Fokus
https://www.alsharq-reise.de/de/tour/nordostturkei082026. Die Vorbereitungen sind äußerst umfangreich: Sarah besorgt alle Tickets und kümmert sich um die Hotelübernachtungen auf dem Hinweg, sie begleitet mich und die anderen drei Teilnehmerinnen auf der Anreise. Die Rückreise bestreiten wir dann unbegleitet, allerdings ausgestattet mit allen notwendigen Unterlagen. Hier der Ablauf in Kürze:
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| Unser Zug-Team (in der Mitte Sarah, die Organisatorin) |
Anreise mit dem Zug:- Fr, 31.07.: Treffpunkt der Zugreisenden auf dem Wiener Hauptbahnhof, mit dem Nachtzug "Dacia" der Rumänischen Bahn im Liegewagen nach Bukarest (Fahrzeit 16:30 St.)
- Sa, 01.08.: Ankunft in Bukarest, am Nachmittag "free walking tour" durch das Stadtviertel Cotroceni. Übernachtung im Hotel.
- So, 02.08.: Fahrt mit dem Nachtzug (Liegewagen) von Bukarest über Bulgarien (Donauquerung bei Ruse) nach Istanbul-Halkalı (Fahrzeit 26 St.). Mit der Marmaray-Linie unter dem Bosporus auf die asiatische Seite der Stadt.
- Mo, 03.08.: Eintauchen in den Trubel des Stadtteils Kadiköy, Weiterfahrt mit dem Hochgeschwindigkeitszug nach Ankara (Fahrzeit 5 St.). Übernachtung im Hotel.
- Di, 04.08.: Am Vormittag Besichtigung der Zitadelle von Ankara, Weiterfahrt mit dem Doǧu ekspresi (Liegewagen).
- Mi, 05.08.: Nach 25 Stunden Fahrzeit Ankunft in Erzurum. Übernachtung im Hotel.
- Do, 06.08.: Am Vormittag Besichtigung der Altstadt von Erzurum, dann Fahrt mit dem Linienbus nach Borçka.
Programm der Alsharq-Studienreise:
- Fr, 07.08.: Wanderung über Almwiesen zur Hochalm Klaskur
- Sa, 08.08.: Fahrt durch das Macahel-Biosphärenreservat, Besuch der georgisch-türkischen Grenze
- So, 09.08.: Wanderung zum Maral-Wasserfall
- Mo, 10.10.: Fahrt durch die Berge mit Tee- und Aussichtspausen
- Di, 11.08.: Wanderung zu den Ruinen eines georgischen Klosters und zum Suatılan-Wasserfall
- Mi,12.08.: Fahrt zum Çıldır-See und nach Kars.
- Do, 13.08.: Besuch des UNESCO-Weltkulturerbes Ani an der armenischen Grenze, Abendessen bei einer kurdischen Familie
- Fr, 14.08.: Lange Busfahrt entlang der Grenze zu Armenien und Iran, Besichtigung des osmanischen IshakPaşa-Palastes, Badepause am Van-See.
- Sa, 15.08.: Fahrt mit dem Schiff auf die Insel Akdamar, abendlicher Besuch der Burg Van.
Rückreise
- So, 16.08.: ein "Brückentag" in Van - Relaxen!
- Mo, 17.08.: mit dem Bus nach Tatvan, Fahrrad gemietet und die Strandpromenade erkundet
- Di, 18.08.: Fahrt mit dem Van Gölü ekspresi nach Ankara (Liegewagen)
- Mi, 19.08.: Nach 29 Stunden Ankunft in Ankara, Weiterfahrt mit dem Hochgeschwindigkeitszug nach Istanbul. Übernachtung im Hotel in Kadiköy.
- Do, 20.08.: Mit dem Schiff auf die Insel Kinaliada, gemütliche Stunden am Strand, Schwimmen im Marmara-Meer. Am Abend mit der Marmaray-Linie zum Busbahnhof.
- Fr, 21.08.: Nach 14 Stunden Fahrzeit mit dem Nachtbus Ankunft in Bukarest (4 St. Verspätung!). Weiter mit dem Nachtzug nach Wien.
- Sa, 22.08.: Ankunft um 09:30 in Wien, Weiterfahrt nach Furth-Palt, Ende der Reise.
Warum auf dem Landweg? Entschleunigtes Reisen!
Eine Flugreise von Wien in den Osten der Türkei (z.B. nach Van) dauert mit Umsteigen in Istanbul etwa 8 Stunden. Unsere Anreise brauchte sieben Tage und sechs Nächte, davon 3mal im Zug, 3mal im Hotel. Warum tut man sich das an? Natürlich ist diese Form des Reisens klimafreundlich, dazwischen sind Besichtigungen an den Zwischenstopps möglich. Die Bahnfahrt ermöglicht Begegnungen, die im Flugzeug kaum möglich sind. Vor allem aber die vielfältigen, oft atemberaubenden Landschaften prägen sich tief ins Bewusstsein ein. Eine große Herausforderung ist die Versorgung - verfügen doch die meisten Züge über keinen Speisewagen oder nur eine sehr eingeschränkte Auswahl an Lebensmitteln.
Das Zielgebiet - eine historisch und politisch äußerst spannende Region
Das Grenzgebiet im Osten der Türkei ist eine Region, in der sich die Menschen im Lauf der Geschichte in einer fast unüberschaubaren Zahl an politischen Abhängigkeiten befunden haben: byzantinisch, osmanisch, armenisch, russisch. Seit der Gründung der modernen Türkei (1923) finden sich vor allem die Kurden in der Rolle einer unterdrückten Minderheit. Deren aktuelle Situation steht im Mittelpunkt vielfältiger Informationen im Lauf der Reise. Hüseyin und Sebile (unser kompetentes Leitungsteam) und die Kleingruppe von insgesamt sechs Teilnehmenden garantieren eine privilegierte, fast familiäre Form des Reisens.
Das naturräumliche Potenzial
Beeindruckend die Vielfalt der Landschaften - vom Bosporus über die Schwarzmeer-Region bis in das armenische Hochland. Weite Ebenen, ausgedehnte Seen, tief eingeschnittene Canyons, bewaldete Berge, die an die heimischen Almgebiete erinnern. Die unendliche Größe des Landes verleitet aber zu einem bedenkenlosen Umgang mit der Natur: Die Verkehrswege sind gesäumt von achtlos weggeworfenem Müll, Umweltschutz scheint noch ein Fremdwort zu sein.
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| Yayla im Grenzgebiet zu Georgien |
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| Informationen von Hüseyin und Sebile |
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| Der Vansee im Abendlicht |
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| Bahnfahrt durch faszinierende Landschaften |